Erhöhung der GEMA-Gebühren um 600% !

Hier ist alles erlaubt, was nicht in "Deutsche Oldies" paßt.
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Rudi
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Erhöhung der GEMA-Gebühren um 600% !

Beitrag von Rudi » Donnerstag 18. Juni 2009, 22:11

Es auch mir ein persönliches Anliegen, dass sich möglichst viele an dieser Petition beteiligen, die GEMA entzieht mit ihrem Vorgehen nämlich kleinen Bands oder Amateurmusikern, die kleine Liveauftritte veranstalten die Grundlage ihres Existenz-Zwecks: Sie macht kleine Live-Auftritte nahezu unmöglich.

Bitte macht da mit:

Hier ist der Link zur Petition:

https://epetitionen.bundestag.de/index. ... ition=4517

Die Registrierung ist sicher und läßt sich innerhalb von 2 Minuten
bewerkstelligen. Die Datenschutzerklärung ist in Ordnung und zur
Zustimmung braucht es dann nur noch einen einzigen Klick.

Es handelt sich um eine SEHR SEHR wichtige Petition, die ALLE
betrifft, die Musik machen, Musik hören, gerne auf Konzerte gehen
oder
generell einem großen kulturell schadhaftem Missstand in unserem
Land
entgegentreten wollen: der Tantiemenverteilung der GEMA.

Das Thema wird nur auf die Tagesordnung unseres Parlaments kommen,
wenn bis zum 17.Juli 50000 Unterschriften gesammelt sind. Deshalb
bitte ich euch alle diesen Aufruf an eure Freunde weiterzuleiten und
möchte insbesondere Musiker, Blogbetreiber und Journalisten um
die
Bekanntmachung der Petition und zum Aufruf an der Teilnahme bitten.

Insbesondere geht es hierbei um die von der GEMA beabsichtige
Erhöhung
der Gebühren bei Live Musik um 600% (!!). Dies wird nicht nur den
Veranstaltern schaden, manche, vor allem kleinere Konzerte
unmöglich
machen, die Preise für Veranstaltungen erhöhen, es ist auch nicht
zum
Nutzen der Musiker (wie man eigentlich erwarten könnte).
Durch einen überaus komplexen Verteilungsplan, welcher u.a.
Radioairplays (es werden Deutschlandweit nur 25 (!!) Sender
ausgewertet), Chartpositionierungen (die Erstellung der zur
Auswertung
kommenden Charts ist sehr fragwürdig), Unterscheidung zwischen E- und
U-Musik (E ist sogenannte ernste Musik, in erster Linie Klassik, U ist
Unterhaltungmusik) beinhaltet, werden die von der GEMA
eingenommenen
Gelder nicht direkt den auftretenden Künstlern zugewiesen, sondern
landen erst in einem „großen Topf“. Da fast alle Independent-Artists
weder auf Airplay, TV-Sendungen, oder Charterfolge, etc. verweisen
können, werden die Einnahmen vor allem Majorlabel-Artists, Lady Gaga,
Musikantenstadl und Co. zu Gute kommen. Es klingt abgedroschen, aber
es handelt sich hier um die Realität! Kleinere und mittelgroße
Künstler (also der größte Teil) werden von der Erhöhung der Gebühren
in der GEMA-Sparte Livemusik kaum profitieren! Im dreistelligen Euro-
Bereich eingenommene Gebühren können hier schnell zu einem Centbetrag
zusammenschrumpfen.

Bitte nehmt euch die Zeit!"
Danke
Rudi
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gerd
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Re: Erhöhung der GEMA-Gebühren um 600% !

Beitrag von gerd » Donnerstag 18. Juni 2009, 23:39

ich habe mir die zeit genommen.
Um zur Quelle zu kommen mußt du gegen den Strom schwimmen.

peno55

Re: Erhöhung der GEMA-Gebühren um 600% !

Beitrag von peno55 » Freitag 19. Juni 2009, 02:14

Ich auch
:)

Jörg Müller
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Re: Erhöhung der GEMA-Gebühren um 600% !

Beitrag von Jörg Müller » Freitag 19. Juni 2009, 09:26

ich auch ;-)

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Rudi
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Re: Erhöhung der GEMA-Gebühren um 600% !

Beitrag von Rudi » Freitag 19. Juni 2009, 19:12

Immerhin, über 12000 neue Mitzeichner in den letzten 2 Tagen, tolle Sache !

Wär natürlich super, wenn wir die 50.000er Grenze weit übertreffen würden, umso mehr Gewicht bekommt die Petition.

Nochmal, danke an alle Mitzeichner und Unterstützer !
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HolgerP
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Re: Erhöhung der GEMA-Gebühren um 600% !

Beitrag von HolgerP » Samstag 20. Juni 2009, 07:48

Rudi, solche Aktionen sind fruchtlos.
Der Bundestag wird der GEMA nicht in die Suppe spucken, kann es wohl auch rechtlich gar nicht (eine "lex GEMA" würde ihm das BVerfG gleich um die Ohren hauen), ist mithin der falsche Adressat.
Der richtige - freilich sehr viel umständlichere und zeitraubendere - Weg ist vielmehr, die Texter und Komponisten gezielt darauf anzusprechen, ihre Rechte nicht weiterhin von der GEMA "wahrnehmen" zu lassen, d.h. sie de facto (nicht de iure, das geht nicht) an diese abzutreten.
Dabei spielen die von Dir genannten Argumente eine wichtige Rolle, nämlich daß die meisten derjenigen, die da aus Bequemlichkeit "Mitglied" werden, bei der Verteilung der Einkünfte von der GEMA schlicht besch...en werden. (Aber ganz legal, versteht sich, wer liest schon das Kleingedruckte?)
Es gibt sie ja durchaus - aber sie haben es besonders schwer, da die GEMA de facto auch darüber bestimmt, wer bei den großen Sendern gespielt wird, also "Hits" hat; wer dort kein Mitglied ist...
Aber Memoryradio kann ja mal den Versuch machen, GEMA-Titel zu boykottieren - was bleibt da noch übrig?
Sicher ließe sich auch mit den "Freien" ein Programm gestalten - aber man müßte dann halt auch fair sein und denen etwas für die Aufführung bezahlen. (Tut Ihr das?) Das kann für die Sender billiger sein (Verhandlungssache!), und dennoch käme bei den Autoren mehr Geld an - und das ist letztlich das einzige Argument, das bei ihnen ziehen würde.

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Rudi
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Re: Erhöhung der GEMA-Gebühren um 600% !

Beitrag von Rudi » Samstag 20. Juni 2009, 10:37

HolgerP hat geschrieben:Rudi, solche Aktionen sind fruchtlos.
Finde ich nur bedingt - man darf sich nicht entmutigen lassen.
Der Bundestag wird der GEMA nicht in die Suppe spucken, kann es wohl auch rechtlich gar nicht (eine "lex GEMA" würde ihm das BVerfG gleich um die Ohren hauen), ist mithin der falsche Adressat.
Abwarten...
Der richtige - freilich sehr viel umständlichere und zeitraubendere - Weg ist vielmehr, die Texter und Komponisten gezielt darauf anzusprechen, ihre Rechte nicht weiterhin von der GEMA "wahrnehmen" zu lassen, d.h. sie de facto (nicht de iure, das geht nicht) an diese abzutreten.
Dabei spielen die von Dir genannten Argumente eine wichtige Rolle, nämlich daß die meisten derjenigen, die da aus Bequemlichkeit "Mitglied" werden, bei der Verteilung der Einkünfte von der GEMA schlicht besch...en werden. (Aber ganz legal, versteht sich, wer liest schon das Kleingedruckte?)
Es gibt sie ja durchaus - aber sie haben es besonders schwer, da die GEMA de facto auch darüber bestimmt, wer bei den großen Sendern gespielt wird, also "Hits" hat; wer dort kein Mitglied ist...
Aber Memoryradio kann ja mal den Versuch machen, GEMA-Titel zu boykottieren - was bleibt da noch übrig?
Hast Du denn gelesen, worum es hier geht? Es geht um die Gebührenverteilung bei Live-Auftritten und vertraglich festgelegter prozentualer Beteiligung am Merch-Verkauf ! Es geht darum, dass die Veranstalterverträge gekündigt worden sind, weil die GEMA gerne mehr Geld einnehmen möchte und neue Bedingungen schaffen will . Viele Künstler, gerade die kleineren, können dann gar nicht mehr auftreten, weil die Veranstalter ihrerseits ja auch wieder die höheren Abgaben umlegen müssen und von dem bisschen, was der Musiker selbst am Merch-Verkauf verdient, möchte die GEMA nun auch prozentual fest beteiligt werden. Das wäre der Tod für die regionale Musikszene!
Sicher ließe sich auch mit den "Freien" ein Programm gestalten - aber man müßte dann halt auch fair sein und denen etwas für die Aufführung bezahlen. (Tut Ihr das?) Das kann für die Sender billiger sein (Verhandlungssache!), und dennoch käme bei den Autoren mehr Geld an - und das ist letztlich das einzige Argument, das bei ihnen ziehen würde.
Lieber Holger, darum geht's hier doch gar nicht.

Nochmal zur Vedeutlichung eine Pressemeldung :

http://www.handelsblatt.com/technologie ... hr;2136841
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Musikpepe
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Re: Erhöhung der GEMA-Gebühren um 600% !

Beitrag von Musikpepe » Samstag 20. Juni 2009, 15:29

Ich habe -wegen der Richtigkeit des Anliegens! - auch mitgezeichnet,
glaube diese Petitition ist auf einem guten Weg und schafft das Quorum.

Eine weitere, die auf die 'Offenlegung der Abrechnungsmethoden der GEMA" zielt,
läuft ja schon einige Wochen länger und hatte -mit mir!- erst schlapp 8000 Unterstützer,
denke, bei einigen Schwächen in Formulierung u. Argumentation zurecht?
dort werden wir es nicht schaffen.

Ich habe mir mehrfach den GEMA-Jahresbericht zugelegt und angetan, kann nicht sagen
"Transparenz" in irgend einer Form gespürt zu haben, bin halt auch kein Kaufmann.

Aber meine Herzensangelegenheit ist, die kleineren Mugger vor Ort leben zu lassen,
jeden, der "was los macht" zu unterstützen, ihm nicht schon vorher jeglichen Mut zu
nehmen.
Wir lieben die Kunst & den Künstler hier und betrügen Sie nicht, ist doch unsere Passion.

Ein schönes Wochenende aus Berlin,
Peter
Zuletzt geändert von Musikpepe am Donnerstag 25. Juni 2009, 14:52, insgesamt 2-mal geändert.
"Es ist schwer zu versteh'n, doch es trifft immer den,
der am wenigsten Schuld hat am ganzen Gescheh'n"

http://www.ulrichroski.de U. Roski, 1944-2003

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Rudi
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Re: Erhöhung der GEMA-Gebühren um 600% !

Beitrag von Rudi » Samstag 20. Juni 2009, 15:58

Ich zitiere mal aus einem anderen Forum:
"Ganz fruchtlos ist die Petition schon jetzt nicht mehr. Wir haben durch die Publikmachung in allen möglichen Foren und Mundpropaganda die Gemaproblematik in einige Köpfe geholt, die sich vorher nicht damit beschäftigt haben; dass alleine finde ich schon sehr positiv.

Ausserdem: Die Gema handelt im staatlichen Auftrag und ist somit auch dem Gesetzgeber gegenüber verpflichtet, ihren Auftrag im Sinne der Mitglieder (Urheber) und Musiknutzer zu versehen. Man kann sicherlich nicht vorraussagen, was die Petition bringt, wenn diese aber durch eine Vielzahl an Mitzeichnern ein entsprechendes Gewicht erlangt kann man davon ausgehen, dass sich die Gema für ihr merkwürdiges Geschäftsgebahren zumindest öffentlich rechtfertigen muss."
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gerd
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Re: Erhöhung der GEMA-Gebühren um 600% !

Beitrag von gerd » Dienstag 23. Juni 2009, 18:57

hier der aktuelle stand der unterzeichner: 53355 :D
Um zur Quelle zu kommen mußt du gegen den Strom schwimmen.

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Re: Erhöhung der GEMA-Gebühren um 600% !

Beitrag von OldieSchorsch » Donnerstag 25. Juni 2009, 16:38

Hallo

Für sowas nehme ich mir natürlich die Zeit.

Fast 68000. Sieht doch gut aus.


Schorsch

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Re: Erhöhung der GEMA-Gebühren um 600% !

Beitrag von Geli » Dienstag 30. Juni 2009, 14:10

Klar muss man sich da die Zeit nehmen (hab es auch gemacht), wenn man sich nicht nur gedankenlos von Musik berieseln läßt; es ist auch völlig egal, ob es am Ende soviel nutzt, wie man sich erhofft, aber seine Meinung muss man immer mitteilen und dass man mit etwas nicht einverstanden ist. Eine solche Petition ist ja keine Unterschriftenliste, mit der einer von Haustür zu Haustür geht; die wird sicher mehr Beachtung finden! Man sollte Menschen, die sich für was Sinnvolles engagieren, auch nicht schon von vornherein entmutigen und ihnen den Schwung nehmen, wenn ich auch die oben angeführten Gegenargumente und Einwände verstehe. Laßt uns mal das Beste hoffen! Wer ist auf dem neuesten Stand, wieviele schon gezeichnet haben...?! Kann nicht lange ins Internet, bin im Büro..., sonst würde ich selber nachsehen.

Gruss an alle Gerechtigkeitsfanatiker,
Geli aus München

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Gerd.Ziemke
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Re: Erhöhung der GEMA-Gebühren um 600% !

Beitrag von Gerd.Ziemke » Donnerstag 2. Juli 2009, 19:38

Hallo an alle,

heute im Radiosender 1Live war ein Bericht über dieses Thema.
Laut Gema würde die Erhöhung nur 8 % Ausmachen und nicht 600 % .
Aber der Bundestag muss sich nun damit beschäftigen.

Grüsse sendet Gerd(Wuppertal)
Etwaige Rechtschreib- und Grammatikfehler in diesem Text sind gewollt und wurden hier mit Absicht versteckt.
Wer sie findet, darf sie behalten !

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Rudi
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Re: Erhöhung der GEMA-Gebühren um 600% !

Beitrag von Rudi » Freitag 20. November 2009, 19:30

Veranstalterverbände konstatieren "Pyrrhussieg" der GEMA

Der Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft (idkv) und der Verband der Deutschen Konzertdirektionen (VDKD) sehen im Schiedsstellenspruch des Deutschen Patent- und Markenamtes in der Auseinandersetzung mit der GEMA um die Tarife bei Konzertveranstaltungen ihre Auffassungen "in den überwiegenden Punkten" bestätigt.

Die Verbandspräsidenten Jens Michow (Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft) und Michael Russ schreiben in einer gemeinsamen Erklärung: "Es handelt sich hier um einen Pyrrhussieg der GEMA. Das Ergebnis der Schiedsstelle weicht nur unwesentlich von dem freiwilligen Angebot der Konzertveranstalter ab. Die GEMA muss sich fragen lassen, ob es dies wert gewesen ist, das gute Verhältnis zu den Konzertveranstaltern nachhaltig zu beschädigen, wie sie das durch ihre irrwitzigen Forderungen getan hat."

In der "für die Konzertwirtschaft existentiellen Auseinandersetzung" mit der GEMA habe die Schiedsstelle "die wesentlichen Argumente der Konzertveranstalter berücksichtigt und der GEMA nur eine geringfügige Erhöhung gegenüber den bisherigen Tarifen zugestanden - dies allerdings erst am Ende einer Übergangsphase im Jahr 2014". Für 2009 liegen laut den Verbandspräsidenten "die von der Schiedsstelle ausgeurteilen Sätze sogar unter den 2008 gültigen Tarifen".

Mit weiteren Details oder gar Zahlen zur Entscheidung des Deutschen Patent- und Markenamtes halten sich die Veranstalterverbände jedoch zurück. Es wird indes kolportiert, dass der GEMA von der Schiedsstelle eine Erhöhung bis zu 7,2 Prozent der Bruttoeinnahmen eingeräumt wurde.

Quelle: MusikWoche
http://www.mediabiz.de/musik/news/veran ... ema/282437
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