Four KIngs

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waelz
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Four KIngs

Beitrag von waelz » Samstag 25. März 2006, 03:18

Suche Informationen über die Gruppe "Four Kings". Der Hit der Gruppe hiess "Kleine Sonja".

Harald H.H.
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Beitrag von Harald H.H. » Samstag 25. März 2006, 12:47

Hallo Waelz,

(nach "Shaking all over")

Bernd Müller-Franz, Lead-Gitarre, Bass, Sänger.
Olaf ?, Rhythmus-Gitarre, Trompete, Posaune, Sänger.
Jobst ?, Orgel, Piano, Bass, Sänger.
Pit ?, Schlagzeug, Sänger.


Titel =
1966 / Metronome 916 / Immer wenn der Mond scheint (I cant’t go on living without you baby) / Brötchen und Milch (No milk today)

1967 / Metronome 978 / Come on Marianne / Be happy

1971 / Telefunken 56.143 / Mit dir allein / Sie ist so schön

1971 / Hansa 10.775 / Kleine Sonja / Kleine Sonja (instrumental)

1973 / Ariola 12.694 / So wie ich dich liebe / Sing mit uns ein Lied

That's it !

P.S. Danke für die Antwort zu Gregor Wilczek.

Mfg

Harald
Zuletzt geändert von Harald H.H. am Montag 27. März 2006, 02:18, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Manfred » Montag 27. März 2006, 00:45

Von Walter Hilbrecht
Rund 40 Jahre ist Olaf King nun schon im Showgeschäft tätig. Aus dem einstigen Musiker und Sänger ist mittlerweile ein vielseitiger Entertainer geworden, der noch heute auf der Bühne steht und das Publikum nach wie vor mit seinem Können begeistert.
Der am 2.3.1939 in Berlin geborene Olaf King heißt mit bürgerlichem Namen Olaf Jürgen Gebauer und macht schon während der Schulzeit Musik in einer Schülerband.
Als seine Eltern sich trennen, geht die Mutter, die Verwandte in Ostfriesland hat, mit ihm nach Norddeutschland. Man landet schließlich in Oldenburg
Nachdem er seinen Dienst bei der Bundeswehr absolviert hat, beginnt Olaf ein Medizinstudium, denn er möchte Arzt werden. Er ist aber auch weiterhin in Sachen Musik aktiv und spielt nebenbei in einer Jazzband.
Da er mehrere Instrumente beherrscht – Trompete, Posaune, Gitarre – und somit musikalisch sehr flexibel ist, steigt er Anfang der 60er Jahre auf Tanzmusik um, weil man damit Geld verdienen kann. Das Studium bricht er ab, denn er erkennt, dass Medizin nicht das Richtige für ihn ist.
1965 kommt es zur Gründung der „Four Kings“. Neben Olaf King gehören Kurt Stadel, Jobst Gericke und der Engländer Ron Bishop zur Originalbestzung. Alle vier haben bis dahin in verschiedenen Bands gespielt und jeder von ihnen zählt vom Können her zur ersten Garnitur. Daher wählt man auch ganz (selbst-)bewusst den klangvollen Namen „Four Kings“. Die 4 Musiker beherrschen nicht nur alle möglichen Instrumente, sie sind auch allesamt gute Vokalisten und ihre besondere Stärke ist der Satz-Gesang. In einer Zeit, wo Gruppen wie die Beatles und die Beach Boys angesagt sind, liegt man damit voll im Trend.
Dreimal pro Woche treten die „Four Kings“ im Oldenburger „Kaffeehaus Bürgerbusch“ auf und immer wenn sie spielen ist der Laden brechend voll. Die Band hat so ziemlich alles im Repertoire, was gerade aktuell ist. Dabei orientieren sich die Musiker in erster Linie an den Hitlisten der BRAVO.
Im Oldenburger Raum sind die Vier bald schon richtig berühmt und da zur Zeit der Beat-Ära fast jede Gruppe, die etwas auf sich hält, nach einem Plattenvertrag schielt, gibt es auch bei den Four Kings solche Ambitionen, obwohl sie ja eigentlich nur Tanzmusik machen und die Erfolgshits anderer nachspielen.
Kurzentschlossen fährt Olaf King eines Tages nach Hamburg und klappert die dort ansässigen Plattenfirmen ab. Das Klinkenputzen ist erfolgreich, denn die „Metronome“ signalisiert Interesse an einer Zusammenarbeit und Ende 1966 kommt es zu den ersten Produktionen. Nicht nur die „Four Kings“ gehen mit einer Platte an den Start, sondern gleichzeitig auch Olaf King als Solist.
Während die „Four Kings“ eine deutsche Version des Herman´s-Hermits-Hits „No Milk Today“ herausbringen, covert Olaf King gleich zwei internationale Erfolgsnummern. Zum einen nimmt er den Megaseller „Winchester Cathedral“ der New Vaudeville Band auf, muss damit allerdings gegen die bei „Polydor“ unter Vertrag stehende Sängerin Berti Glockner – heute als „Bianca“ im Volksmusikgeschäft erfolgreich – antreten, die den Titel ebenfalls veröffentlicht. Ihre Aufnahme wird von den Radiosendern häufiger gespielt. Doch Olaf King hat noch ein weiteres Eisen im Feuer. Mit „Stell dein Bett auf die Strasse“, einer deutschen Fassung des Songs „Daydream“ der Gruppe Lovin´Spoonful, liegt er gut im Rennen, obwohl die Titelzeile nicht unbedingt zur damals eher winterlichen Jahreszeit passt.
Anfang 1967 folgen die ersten Fernsehauftritte. Während die „Four Kings“ in Chris Howlands „Studio B“ eingeladen werden, ist Olaf King außerdem auch noch in der ZDF-Drehscheibe zu sehen.
Anläßlich der Platten- und TV-Premiere findet eine große Gala statt, bei der die Band vor Zeitungsverlegern und sonstigen Medienleuten auftritt. Natürlich will man etwas Besonderes bieten und Kurt Stadel, der ein begabter Stimmenimitator ist, präsentiert eine kleine Show-Einlage, bei der er in einem Medley verschiedene prominente Künstler perfekt nachahmt. Das kommt gut an und ist deshalb von nun an ein fester Bestandteil des Bühnenprogramms der Gruppe.
Da die erste Single lediglich einen Achtungserfolg erzielen konnte, versucht man es bei der nächsten in englischer Sprache, doch damit hat man noch weniger Glück. Das Thema Schallplatte ist deshalb vorerst abgehakt.
Live auf der Bühne sind die „Four Kings“ allerdings unschlagbar und können sich über mangelnde Engagements nicht beklagen. Bei vielen Galas begleiten sie bekannte Interpreten wie Roy Black, Howard Carpendale oder Rex Gildo. Als sie eines Tages bei einer Veranstaltung zusammen mit Rudi Carrell auftreten, ist dieser von Kurt Stadels Parodien und Imitationen so begeistert, dass er ihn in seine Fernsehshow holt. Daraufhin beschließt Stadel, eine Solokarriere zu starten und verlässt die Band. Bei Telefunken bringt er Anfang 1970 zwei Singles heraus.
Die übrig gebliebenen drei der „Four Kings“ suchen sich schnell einen Ersatzmann und arbeiten von nun an vorrangig als Begleitband von Kurt Stadel.
Bei einem gemeinsamen Auftritt mit Peter Orloff zeigt sich dieser beeindruckt von den stimmlichen Qualitäten der Musiker und beschließt, mit ihnen Platten zu machen. Die erste Produktion „Mit dir allein“ erscheint 1971 bei Telefunken. Diesen Titel hat Orloff nicht nur komponiert und getextet, sondern auf einer zuvor veröffentlichten Single auch schon selbst gesungen, jedoch nur als sogenannte B-Seite. Besonderen Grund zur Freude hat vor allem Olaf King, denn er erhält die Möglichkeit, eine weitere Solo-Platte aufzunehmen, die von der Electrola auf den Markt gebracht wird.
Weshalb die Firma den Namen des Interpreten in „Olav King“ abwandelt, bleibt im Nachhinein rätselhaft. Möglicherweise war es auch nur ein Versehen.
Anfang der 70er Jahre sind Gruppen wie die „Flippers“, die „Sirs“ oder die „Cry’n Strings“ gefragt, die mit gefühlvollen Schlagern und schmachtenden Stimmen die Hitparaden erobern. Genau in diese musikalische Richtung geht Orloff auch mit den „Four Kings“ und produziert mit ihnen als nächstes den Titel „Kleine Sonja“, der auch von den „Cry’n Strings“ herausgebracht wird.
Die Four Kings sind nicht ganz glücklich mit den Songs, die Orloff für sie aussucht. „Wir wollten keine Schnulzen singen. Das war eigentlich nicht so unser Ding“ meint Olaf King rückblickend. Deshalb sind sie auch nicht besonders traurig, als die Zusammenarbeit mit Orloff nach einer weiteren Singleveröffentlichung nicht fortgesetzt wird.
Stattdessen produzieren sie in eigener Verantwortung die LP „Party-Expreß“, die sie bei Veranstaltungen zum Kauf anbieten. Darauf zeigen sie einen Querschnitt des musikalischen Repertoires, das sie bei ihren Live-Auftritten präsentieren.
1975 steigt Olaf King aus, um zunächst Pädagogik, später auch Psychologie zu studieren. Gleichzeitig startet er eine Solokarriere als Conferencier, Parodist und Trompeter. Da er durch seine langjährige Bühnenzeit als Musiker weiß, was beim Publikum ankommt, zählt er ziemlich bald zu den meistbeschäftigten Unterhaltungskünstlern im Galageschäft. Er tritt auch im Fernsehen auf und macht 1977 – wieder bei Peter Orloff – eine Instrumentalsingle als Trompeter.
Heute gilt Olaf King, der seit 1989 verheiratet ist, als einer der besten Entertainer im deutschen Showgeschäft. Er parodiert alle möglichen prominenten Stars von Louis Armstrong über Elvis Presley, Julio Iglesias und Peter Maffay bis hin zu Udo Lindenberg und Boris Becker. Und für Oldiefreunde hat er Hits von Fats Domino, Harry Belafonte, Drafi Deutscher oder Johnny Cash im Programm.Außerdem verzaubert er das Publikum mit seinem Trompetenspiel.
All das gehört zu dem Teil seines Lebens, der mit Bühne, Show und Scheinwerferlicht zu tun hat. Doch Olaf King hat sich nach Abschluß seines Studiums gleichzeitig auch eine bürgerliche Existenz aufgebaut und arbeitet heute in Oldenburg als Verkehrspsychologe.
Nachzutragen bleibt noch, dass parallel zu den Plattenveröffentlichungen der „Four Kings“ bei der Deutschen Vogue eine Single der Gruppe „The 4 Kings“ erschien (Save me / Nose for Trouble DV 14598). Dabei handelt es sich jedoch um eine englische Band.

Diskografie
Zusammengestellt von Walter Hilbrecht
Four Kings
Singles
Metronome
915 Brötchen und Milch (No Milk Today)
(1966) Immer wenn der Mond scheint (I Can´t Go On Living Baby Without You)
978 Come On Marianne
(1967) Be Happy
Telefunken
56 143 Mit dir allein
(1971) Sie ist so schön
Hansa
10 775 Kleine Sonja
(1971) Kleine Sonja (instr.)
12 694 So wie ich dich liebe (Softly As I Love You)
(1972) Sing mit uns ein Lied
LP
Boccaccio
260 Party-Expreß
Olaf King
Metronome
915 Versuch es noch einmal (Winchester Cathedral)
(1966) Stell dein Bett auf die Straße (Daydream)
EMI/Columbia
29 899 Darling Annemarie
(1971) Mond und Sterne hol ich dir vom Himmel
EMI/Black Prince
32 393 La Tristessa (instr.)
(1977) The Legend Of Attila(instr.)
Nordaphon
22200 Trompeten-Serenade (instr.)
Nightingale (instr.)
Bawak Music
10050 Birken im Abendwind (instr.)
Weit ist mein Land (instr.)

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Beitrag von waelz » Montag 27. März 2006, 19:36

Vielen Dank für die Antworten. Perfekt. Im übrigen nachträglich "happy birthday" Manfred. Auf ein Neues. Und vielleicht auch wieder mal auf ein neues Heft!

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Beitrag von Manfred » Montag 27. März 2006, 20:09

waelz hat geschrieben:Vielen Dank für die Antworten. Perfekt. Im übrigen nachträglich "happy birthday" Manfred. Auf ein Neues. Und vielleicht auch wieder mal auf ein neues Heft!
Hallo Wälz,

bin gerade dabei alles fürs Web aufzubereiten. Printausgaben wird es nicht mehr geben.

Momentan bemühe ich mich um diverse Bildrechte.

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Beitrag von waelz » Dienstag 28. März 2006, 20:49

Sehr erfreulich, das zu hören.

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