11.07.2010: James Last - Mein Miami

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avo
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11.07.2010: James Last - Mein Miami

Beitrag von avo » Freitag 4. Juni 2010, 08:33

Sonntag, 11. Juli 2010, 07:50 - 08:35 Uhr, WDR

Ein Star und seine Stadt: James Last - Mein Miami

Eine musikalische Stadt-Ansicht

Mitwirkende: Otto Waalkes, Tony Goldman,

Erst gab es nur Wildnis und Indianer. Dann kamen die Spanier. Sie kamen nicht weit. Florida, voller Sümpfe und Gefahren, hatte Eroberern nur einen Rohstoff zu bieten: Sonne. Von der allerdings war verschwenderisch viel vorhanden. So viel, dass ein paar sonnenhungrige Investoren aus New York und Neuengland beschlossen, ein Geschäft mit ihr zu machen. Henry Flagler, ein verrückter Millionär, war derart überzeugt von der Zukunft Floridas, dass er 1912 eine Eisenbahn bis nach Key West bauen ließ. Eine Stadt, Miami, profitierte besonders von seiner Idee. Eben noch von Mangroven umwuchert, dehnte sie sich aus, wuchs in die Höhe und kultivierte nebenbei auch noch europäische und karibische Eigenarten. Bei all seiner Modernität, seiner kulturellen Vielfalt, seiner Schaulust ist Miami aber vor allem eines geblieben: ein Glitzerding mitten im Sumpf.
Einwanderer haben Miami geprägt. In der Mehrzahl sind sie hispanischer Abstammung. Jede Insel der Karibik, so scheint es, ist mit einem eigenen Stadtteil vertreten. Aber das ist nur ein Teil des Patchworks, das Miami ausmacht. Wer den Miami International Airport anfliegt, wird in drei Sprachen durch die Gebäude geleitet: Englisch, Spanisch und Deutsch. Tausende von Deutschen haben sich inzwischen in Florida niedergelassen. Einer von ihnen kam früh, vor dreißig Jahren schon, und ist sich inzwischen sicher, dass Miami seine eigentliche Heimatstadt ist. James Last, der gebürtige Bremer, ist auch in seiner Wahlheimat unangefochten ein Star.
Für die Radio Bremen-Reihe "Ein Star und seine Stadt' lädt der Bandleader zu einer Rundreise durch sein Miami und sein Florida. In West Palm Beach, auf seinem Lieblings-Golfplatz, läuft ihm dabei - nicht ganz zufällig - Otto Waalkes über den Weg. Der Komiker aus dem regenreichen Emden und der Jazzer aus dem regenreichen Bremen wissen nur zu gut, warum sie so versessen sind auf eine Gegend, in der man beim Golf keinen Südwester aufsetzen muss.
Draußen vor der Stadt, keine Autostunde von ihr entfernt, liegen die Everglades. Den Alligatoren macht die Zersiedlung Floridas noch am wenigstens zu schaffen. Sie arrangieren sich mit den Siedlern, die auf ihr Gebiet vordringen, wenn auch nicht immer nur auf eine gnädige Weise. James Last führt die Zuschauer durch den "River of Grass', der Florida mit kaum merklicher Geschwindigkeit von Norden nach Süden durchfließt. Naturschönheiten und bedrängte Natur: Manchmal ist selbst ein wohlwollender Blick auch ein kritischer Blick.
Miami, das ist, wenn man sich nur ans Klischee hält, vor allem eines: Art Deco in Miami Beach. Was sich dahinter verbirgt, weiß keiner so gut wie Mr. Art Deco Tony Goldman, ein enger Freund von James Last. Gemeinsam streifen sie am South Beach durch die Straßen des wundervoll restaurierten Quartiers aus den Dreißigerjahren. Weil sie besonders gute Freunde sind, machen sie auch noch gemeinsam Musik. Auf dem Dach von "the hotel" spielen sie den Klassiker "Blue Skies".
Wie anders als mit einem 59er Cadillac käme man von einem solchen Ort wieder weg? James Last geht mit dem Auto, das längst ein Kultgegenstand ist, auf die Country Roads, die Blue Highways abseits der großen Straßen, die eine einzige Anstiftung zum Musikmachen sind. Für Elvis, der, bevor seine Weltkarriere begann, ein Lastwagenfahrer war, komponierte James Last "Cry", die "Record of the Year" des Jahres 1964.
Runter von den Country Roads und zurück in die Stadt, nach Little Havanna, wo man sich nicht nur nostalgisch der Zeiten im alten Havanna erinnert, sondern auch seine Clubs so nennt. Im "Nostalgia" lädt James Last zu einer Salsa Session. Sein Lieblingsinstrument, der Standbass, wird noch einmal ausgepackt, bevor der Bandleader und das Radio Bremen-Team weiterziehen, zum Venetian Pool, in die schönste öffentliche Badeanstalt der Welt, zum Ocean Drive, an die Biscayne Bay und zu all den anderen Orten, die das Glitzerding mitten im Sumpf so überaus vorteilhaft aussehen

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