18.01.10: Leila Negra

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avo
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18.01.10: Leila Negra

Beitrag von avo » Sonntag 28. September 2008, 14:43

Montag, 18.01.2010 - 21:45 Uhr, Bayerisches Fernsehen
Dienstag, 21.10.2008 - 16:00 Uhr, EinsFestival

Mach nicht so traurige Augen, weil du ein Negerlein bist - Mein Leben mit Deutschland
Im Ringelhemdchen, einen großen Teddybär im Arm, so sang Leila Negra mit dem berühmten Peter Alexander im Duett. Man hielt sie höchstens für fünfzehn, auch noch, als sie sich mit 27 Jahren weigerte, weiterhin mit dem Teddy aufzutreten.
Im Ringelhemdchen, einen großen Teddybär im Arm, so sang Leila Negra mit dem berühmten Peter Alexander im Duett. Man hielt sie höchstens für fünfzehn, auch noch, als sie sich mit 27 Jahren weigerte, weiterhin mit dem Teddy aufzutreten. Sie war klein, zart, hatte große schwarze Augen und sehr dunkle Haut. Das kam beim deutschen Publikum der 50er-Jahre gut an. Leila heißt eigentlich Marie Nejar, wurde 1930 geboren und wuchs in Hamburg auf. Sie ist Deutsche und fühlt sich wie eine Weiße, musste aber immer wieder erfahren, dass die Menschen sie nach ihrer Hautfarbe beurteilen. Ihr Großvater war Kreole, ihre Großmutter Hamburgerin; ihre Mutter, selbst schon kaffeebraun, verliebte sich in einen Matrosen aus Ghana. Von ihrem afrikanischen Vater hat Marie die schwarzbraune Hautfarbe geerbt. Die Mutter wollte von ihrem 'Negerbaby' nichts wissen, deshalb lebte Marie bei ihrer Großmutter in Sankt Pauli, dem berühmten Hamburger Rotlichtviertel, gleich neben der Polizeistation 'Davidwache'.
Das war ihr Glück. Die 'Onkel Schupos' mochten das kleine schwarze Mädchen und schützten es während der Nazizeit vor rassistischen Übergriffen. Als die NS-Propaganda-Maschinerie für ihre Unterhaltungsfilme exotische Kleindarsteller brauchte, durfte Marie sogar neben Hans Albers in 'Münchhausen' auftreten. 1944 wurde sie dann doch noch zur Zwangsarbeit verpflichtet und vom weiteren Schulbesuch ausgeschlossen. Weil sie nichts gelernt hatte, verkaufte sie nach dem Krieg mit einem Bauchladen im Strandbad Zigaretten. Dort wurde ihr Gesangstalent entdeckt und sie machte als Leila Negra eine ansehnliche Schlagerkarriere - bis sie die Rolle der Kindfrau verweigerte und die Plattenfirma ihr prompt kündigte. 'Leila singt nicht mehr' titelten damals die Boulevardblätter.

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Musikpepe
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Beitrag von Musikpepe » Dienstag 19. Januar 2010, 01:17

in der flüssig geschriebenen Autobiographie Marie Nejar's


"Mach nicht so traurige Augen, weil du ein Negerlein bist", Meine Jugend im Dritten Reich,
entgegen dem Titel erzählt dieses Buch "Leila Negra's" Geschichte bis Ende der 90'er.

Bebildert mit ca. 10 Foto's, Plakaten, Autogrammfoto's in Zeitungsqualität. Nachwort: Carmen Baden
TB broschur, 12,5x19 cm, rororo 62240-Rowohlt Verlag, Reinbek/Hamburg, 2007, 255 S., 8,90 €


Ein wichtiges und sehr nachdenklich machendes Buch, unbedingt zu empfehlen!


LG Peter
"Es ist schwer zu versteh'n, doch es trifft immer den,
der am wenigsten Schuld hat am ganzen Gescheh'n"

http://www.ulrichroski.de U. Roski, 1944-2003

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